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Katja Brandis und Hans-Peter Ziemek im Steckbrief Redakteur: Stephanie Forster ![]() © Claus Gretter ( www.clausgretter.de) Wie kamen Sie zum Schreiben? Brandis: Das ist schon ziemlich lange her, ich war elf, hatte nichts mehr zu Lesen und langweilte mich furchtbar. Aber wenn man einen Block und einen Stift hat, kann man sich seinen Lesestoff ja maßgeschneidert selbst fabrizieren. Das hat so viel Spaß gemacht, dass ich dabei geblieben bin und es zum Beruf gemacht habe. Ziemek: Als Biologe gehört das wissenschaftliche Schreiben zum Job. Wie wurden Sie zum Team? Brandis: Durch "Ruf der Tiefe". Beltz & Gelberg suchte einen Zukunftsroman zum Thema Meer, wir sind beide mit unseren Vorschlägen abgeblitzt und haben - da Beltz sowieso einen Naturwissenschaftler wollte - entschieden, Hans-Peters Tiefseetaucher-Idee zusammen zu verwirklichen. Nach einem Jahr Plot-Brainstorming stand das Exposé, der Verlag sagte zu und heute steht das Buch in den Regalen ... Warum gerade Jugendbücher? Brandis: Man könnte jetzt sagen: Als schreibende Jugendliche habe ich natürlich Jugendbuch geschrieben ... und bin dabei geblieben. Ganz so banal ist es natürlich nicht. Ich mag einfach Coming-of-Age-Geschichten, denn die Phase zwischen 12 und 18 ist für die meisten Menschen unglaublich stürmisch, spannend und prägend. Ziemek: Ich möchte naturwissenschaftliche Themen spannend für Jugendliche verpacken. Dafür sind Abenteuerromane ideal geeignet. Darf es auch mal etwas anderes sein? Brandis: Ich sollte vielleicht mal erwähnen, dass ich unter meinem richtigen Namen Sylvia Englert auch Kinderbuch schreibe und unter dem Pseudonym Siri Lindberg auch Bücher für Erwachsene. Alle drei Bereiche machen mir enorm viel Spaß, aber das Jugendbuch ist so ein bisschen mein Kerngebiet. Ziemek: Bei mir ist es immer wieder etwas Anderes. Da sind die Jugendromane eher die Abwechslung. Woher nehmen Sie Ihre Ideen? Brandis: Ganz unterschiedlich. Bei "Schatten des Dschungels" war es ein Spiegel-Artikel, über den ich mich furchtbar aufgeregt habe. Am selben Tag wurden in meinem Kopf Cat, Falk und das Projekt Last Hope geboren. Andere Ideen sind einfach da wie ein Blitz, ich fange sofort Feuer und innerhalb von wenigen Stunden entfaltet sich die Handlung in meinem Kopf. Ziemek: Die "überfallen" mich zu jeder Zeit an jedem Ort. Wo und wann schreiben Sie? Brandis: Seit mein Mann und ich ein Haus gekauft haben, habe ich endlich wieder ein eigenes Arbeitszimmer. Dort umgebe ich mich mit Dingen, die zum jeweils aktuellen Roman passen, höre meine Musik und versinke in die Welt des Romans. Und zwar genau von 8:30 bis um 15 Uhr, dann muss ich meinen kleinen Sohn vom Kindergarten abholen. Es dauert etwa drei Monate, bis ich einen Roman fertiggeschrieben habe, hinzu kommen natürlich noch Planung und Recherche. Ziemek: Immer und überall, sehr zum Ärger meiner Frau. Haben Sie beim Schreiben eine Aufgabenverteilung? Brandis: Das Schreiben selbst ist mein Job, aber wir entwickeln Plot und Figuren zusammen. Anschließend gibt Hans-Peter mir während der Recherche und während des Schreibens Hintergrundinfos. Zum Schluss diskutieren wir die Rohfassung und stimmen Änderungen ab. Ziemek: Das Schreiben der Jugendromane ist Katjas Job und Berufung. Computer oder Kugelschreiber? Brandis: Computer!!! Meine Handschrift ist furchtbar, und da ich während des Schreibens sehr viel ändere, umstelle und korrigiere, könnte ich ein handgeschriebenes Manuskript zum Schluss nicht mal mehr selbst lesen. Außerdem leistet mir mein Laptop treue Dienste auf Lesereisen, da ich inzwischen bei all meinen Lesungen Bilder zeige. Ziemek: Computer. Schreiben ist für Sie...? Brandis: So wichtig wie das Atmen. Ziemek: Eine Möglichkeit Ideen menschlicher Gehirne für lange Zeit "benutzen" zu können. Ihr aktuelles Projekt? Brandis: Im Moment überarbeite ich den Jugendthriller "Libellenfänger", der im Herbst bei ivi, dem neuen Jugendbuchlabel von Piper, erscheint. Was danach kommt, ist leider streng geheim! Ziemek: Eine Chronik zum fünfzigjährigen Jubiläum eines Naturschutzverbandes. Also ganz "schwere Kost". Das Lieblingsbuch als Kind/Lieblingsbuch heute? Brandis: Schon seit vielen, vielen Jahren liebe ich Otfried Preußlers "Krabat". Seither sind Hunderte von Lieblingsbüchern hinzugekommen, wenn ich die alle aufzähle, sind ein paar Seiten voll. Ziemek: Als Kind war mein Lieblingsbuch "Der Herr der Ringe", später waren es alle Scheibenweltromane und "Perry Rhodan". Heute ist mein Lieblingsbuch "Die Welt ohne uns". Eines der besten Sachbücher der letzten Jahre. Es beschreibt die Entwicklung der Erde, nachdem die Menschen von diesem Planeten verschwunden wären. Lieblingsautor? Brandis: Schwankt je nach Stimmung und Tagesform zwischen Walter Moers, Robin Hobb, Tracy Chevalier, Andreas Eschbach und ganz vielen anderen. Ziemek: Terry Pratchett. Was bringt Sie zum Lachen? Brandis: Das Herumgefrotzel, wenn wir uns in der Familie gegenseitig aufziehen. Ziemek: Jede Menge. ... und zum Weinen? Brandis: Kommt drauf an. Tränen der Wut, wenn ich über die Ausbeutung der Ozeane oder die Abholzung der Regenwälder lese; Tränen der Rührung, wenn mir mein Sohn sagt, wie lieb er mich hat; ganz gewöhnliche Tränen, wenn es mir mies geht. Ziemek: Kann ich nicht sagen. Wie oft googeln Sie Ihren Namen? Brandis: Gar nicht. Dafür schaue ich oft bei Amazon rein und checke, ob neue Leserkommentare da sind und wie das Ranking des neuen Buchs ist. Also Leute, wenn ihr mir/uns einen Gefallen tun wollt, schreibt einen Amazon-Kommentar! Ziemek: Selten. Ihr Lieblingsfilm? Brandis: Es gibt viele tolle Filme, aber auf Anhieb fallen mir zwei ein: "The Big Blue" und "Big Fish". Das klingt jetzt, als fände ich nur Meeresfilme toll, aber in "Big Fish" kommen keine Fische vor. :-) Ziemek: Da gibt es keinen bestimmten Film. Liebstes Reiseziel? Brandis: Unter die Wellen des Meeres. Tief in die Wälder. In diesem Sommer: auf die Gipfel dreier Vulkane. Ziemek: Nordfriesland. Haben Sie Hobbys? Brandis: Ja, klar. Ungefähr die Hälfte davon - Tauchen und Reisen - liegt allerdings seit der Geburt meines Sohnes auf Eis. Übrig sind Schreiben, Lesen, ins Kino gehen, Schwimmen, durch Wälder und Wiesen streifen. Ziemek: Eine ganze Menge. Eigentlich am ehesten meine Arbeit als Biologe. Drei Dinge, ohne die Sie verloren wären? Brandis: Mein Computer, die Musik, das Schnurren meiner beiden Katzen. Ziemek: Notizbuch, Terminkalender und Telefon. Ihre Stärken? Brandis: Menschen und Welten lebendig werden zu lassen. Mich selbst nicht so ernst zu nehmen. Ziemek: Kreativität, Teamgeist. Ihre Schwächen? Brandis: Ungeduld und galoppierender Perfektionismus. Ziemek: Ich kann schlecht Nein sagen. Etwas, worauf Sie stolz sind? Brandis: Zum Beispiel auf meine Bücher. Das Regal ist inzwischen ziemlich voll, Ende Januar ist mein vierzigstes Buch erschienen. Ziemek: Meine Kinder. Ein besonders schöner Tag Ihres Lebens? Brandis: Als ich in Ägypten mit wilden Delfinen geschwommen bin. Der wichtigste Mensch? Brandis: Da gibt's zwei. Mein Mann und mein kleiner Sohn. Robin hilft mir inzwischen mit Begeisterung bei meinen Kinderbüchern - als Testleser, Diskussionspartner und beim Ausprobieren der Sachbuch-Experimente. Ziemek: Meine Frau. Haben Sie ein Lebensmotto? Brandis: Du hast nur ein Leben - mach was draus! Ziemek: Nein, ein Motto habe ich nicht. Hier geht es zur Forendiskussion zu diesem Artikel. Als Gast kannst du die Forenbeiträge lesen. Bitte melde dich an, um aktiv an der Disukssion teilzunehmen. |
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